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Chicago entdecken

Von Anfang an bei der Konzeption der neuen Fettfabrik und des neuen Fettlabors in Harvey dabei zu sein, diesem Angebot konnte Florian Hahn nicht widerstehen. Im September 2015 zog er nach Chicago und erlebte zwei spannende Jahre.

Zwei neue Fettfabriken in Shanghai und Harvey sind Teil des 3-C-Commitment, mit dem FUCHS sich verpflichtet, seine OEM-Kunden auf den drei Kontinenten Europa, Amerika und Asien mit Fetten absolut gleicher Qualität zu beliefern (siehe auch Seite 7). „Als OEM Grease R&D Manager war ich an der Entwicklung dieser Strategie von Anfang an beteiligt und habe mich natürlich sehr gefreut, als ich die Möglichkeit erhielt, den Aufbau der neuen Fettfabrik und des neuen Labors in Harvey zu begleiten“, blickt Hahn zurück.

Eigentlich war zuerst ein Einsatz in China vorgesehen, doch als sich die Errichtung der Fettfabrik dort verzögerte, brach das Ehepaar Hahn nicht nach Osten, sondern nach Westen auf. „Dabei hatten wir sogar schon einen Chinesisch-Kurs absolviert“, lächelt der junge Ingenieur, der an der Hochschule in Mannheim „Chemische Technik“ studierte und schon sein erstes Praxissemester im Jahr 2007 im Fettlabor bei FUCHS in Mannheim bestritt. Sein 2. Praxissemester im Jahr 2009 führte ihn – ebenfalls im Auftrag von FUCHS – nach Australien, wo ein ganz ähnliches Projekt wie in Harvey auf ihn wartete. „Auch dort wurde eine neue Fettfabrik mit einem angeschlossenen Labor errichtet“, erinnert er sich. „Und es war ebenfalls meine Aufgabe, die Mitarbeiter zu schulen und zu helfen, die Produktion aufzunehmen.“ Ein Jahr nach Beendigung seines Studiums wurde er 2010 als Gruppenleiter R&D im Bereich Fette bei FUCHS eingestellt.

„Ich finde es einfach toll, neue Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen“, beschreibt der gebürtige Pfälzer, der in Maxdorf aufgewachsen und jetzt nach Lambsheim gezogen ist, seine Motivation, als Expat ins Ausland zu gehen. „Außerdem hilft es mir, mein FUCHS-Netzwerk aufzubauen.“ Die Sprache war aufgrund seines neunmonatigen Aufenthalts in Australien kein Problem und seine Kollegen in Harvey hießen ihn herzlich willkommen. „Die Hilfsbereitschaft war wirklich überwältigend und ich hatte außerdem das Glück, dass meine Frau mich in die USA begleitet hat und wir so gemeinsam das Land entdecken konnten.“
Mit Unterstützung der Personalabteilung von FUCHS, die den kompletten Umzug organisierte und auch einen Zuschuss zur Miete leistete, wurde ein Apartment in Downtown Chicago gefunden. „Wir haben uns bewusst entschieden, in Chicago zu wohnen und nicht in Harvey. Der größte Vorteil, in Chicago kommt man mit einem Auto aus, in der Stadt ist alles fußläufig zu erledigen und es gibt enorm viel Abwechslung, angefangen von ‚Movies in the Park‘ bis zu Konzerten im Millennium Park. Wir haben sogar einen wunderschönen kleinen Strand entdeckt“, beschreibt Hahn sein Leben in der drittgrößten US-amerikanischen Stadt.

Um den Staus in der Rush Hour zu entgehen, startete der Arbeitstag des Fett-Spezialisten bereits um 6:45 Uhr. „In der Anfangszeit haben wir viel Zeit mit den Planungen für das Labor und der Bestellung der passenden Geräte verbracht und die offenen Fragen der Fettproduktion für die neue Fabrik geklärt“, berichtet Hahn von seinem Alltag in Harvey. „Eine weitere wichtige Aufgabe war das Training der R&D-Kollegen, denn das Thema OEM-Fette war komplett neu für den Standort. Bisher gab es nur eine Fettproduktion in Kansas City.“ Später konzentrierte sich die Arbeit eher auf das Anfahren der Fertigung in der Fabrik und die Gewährleistung der Dokumentation.

„In unserer Freizeit hat der Sport eine ganz große Rolle gespielt. Meine Frau und ich sind begeisterte Triathleten. Wir sind gleich dem Chicago Triathlon Club beigetreten und haben auch an Wettbewerben teilgenommen. Ich habe mich sogar für die Nationalen Meisterschaften qualifiziert“, blickt Hahn zurück. Ergreifen konnte er die Chance jedoch nicht. „Als die Wettkämpfe stattfanden, saßen wir schon auf gepackten Koffern, da wir Mitte August nach Deutschland zurückgekehrt sind.“ Trotzdem erinnert er sich noch gerne an die traumhaften Jogging-Strecken am Lake Michigan – vor allem im Sommer. Denn im Winter kann es mit minus 30 Grad in der Hauptstadt von Michigan richtig kalt werden. „Wunderschön waren auch unsere Ausflüge. Ein echtes Highlight war Angels Landing, der meistbestiegene Berg im Zion-Nationalpark in Utah. Dort konnte man richtig gut klettern.“

Florian Hahn denkt gerne an seine Zeit in den USA zurück und die vielfältigen Erfahrungen, die er dort machen durfte. Doch er freut sich auch, wieder in Deutschland zu sein, wo vor allem seine Eltern und Schwiegereltern schon sehnsüchtig auf seine Ankunft warteten. Denn sie können nun endlich mehr Zeit mit ihrem Enkelkind Emily verbringen, das vor einem Jahr in Chicago geboren wurde.

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